03.08.2025
Verein zur Förderung des UNESCO Weltkulturerbes Kloster Lorsch
Offener Brief zum UNESCO Welterbe Kloster Lorsch
Der Verein zur Förderung der UNSESCO Welterbestätte Kloster Lorsch hat die Fraktionen der Lorscher Stadtverordnetenversammlung angeschrieben. Ziel soll es sein, mit „der Politik“ in Lorsch ins Gespräch zu kommen und die Welterbestätte (wieder) etwas mehr in den Fokus zu rücken. Um es vorwegzunehmen: wir vom Verein zur Förderung des UNESCO Welterbes Kloster Lorsch wissen auch nicht, wie viele Besucherinnen und Besucher wegen des Klosters nach Lorsch kommen, ohne eine Führung im Klostergelände oder dem Freilichtlabor zu buchen. Wir können auch nicht sagen, welche Beträge diejenigen, die Lorsch einen Besuch abstatten, am Ende hierlassen. Eines dürfte aber klar sein: die Restaurants, Cafés und Eisdielen, Apotheken und Buchläden sowie der Einzelhandel in Lorschs Innenstadt generell stünden anders (oder gar nicht?) da, würden nicht an die hunderttausend jedes Jahr Lorsch wegen seines Welterbes besuchen. Der Benefit für Lorsch ist für jede(n), die oder der versucht, sonntagnachmittags auf dem Marktplatz einen freien Tisch zu ergattern, augenfällig, auch ohne, dass Tourismusexperten für viel Geld ermitteln, wie hoch er genau ist. Wir vom Förderverein fragen uns, ob die Stadtverordneten, die die Geschicke der Stadt lenken, sich der Bedeutung der Welterbestätte bewusst sind. In der politischen Diskussion jedenfalls findet das Kloster – trotz zahlreicher Themenfelder, die zu beackern wären – so gut wie nicht statt. Wie soll das von der EGL erworbene Grundstück der ehemaligen Pizzeria am Kloster genutzt werden? Wie stellen sich die einzelnen Fraktionen die städtebauliche Entwicklung und Ordnung an dieser Stelle vor? Wohnungen (mit Geschäftsräumen im Erdgeschoß)? Ausstellungsräume? Eine Freifläche? Finden diejenigen, die Politik in Lorsch gestalten, nicht auch, dass hier ein politischer Diskurs geführt werden sollte? Ist sichergestellt, dass am Ende nicht ausschließlich die (kurzfristigen) wirtschaftlichen Interessen der EGL im Vordergrund der Überlegungen stehen? Oder das Museumszentrum: Wir haben mit der Sporthalle Ehlried gerade erst die Erfahrung gemacht, dass Bau- und Modernisierungskosten im Laufe der Zeit nicht geringer werden. Welches Konzept verfolgt die Stadt als Eigentümerin der ehemaligen Marmeladen- und Kunsthonigfabrik? Auch hier vermissen wir den öffentlichen Diskurs dar-über, was die Stadt Lorsch tun kann, um die Strahlkraft der Welterbestätte „außerhalb der Klostermauern“ aufzugreifen und fortzusetzen. Und natürlich beschäftigt uns auch weiterhin die Ankunftssituation. Gibt es tatsächlich nur ein Ganz oder Gar nicht, ein Entweder- Oder, um die Ankunftssituation für die Besucherinnen und Besucher Lorschs nicht nur befriedigend, sondern attraktiv zu lösen? Es scheint, dass mit der Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes in der Odenwaldallee Fakten geschaffen werden, um einen weiteren Diskurs zu unterbinden.
Verein zur Förderung des UNESCO Welterbes Kloster Lorsch e.V.
Adalherhaus | Postfach 1313
D-64649 Lorsch
post@foerderverein-kloster-lorsch.de
Verein zur Förderung des UNESCO Welterbes Kloster Lorsch e.V.
Adalherhaus | Postfach 1313 | D-64649 Lorsch
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