Wie entsteht eine Partnerschaft zwischen zwei Weltkulturerbestätten?
Auf diese Frage könnte man ein wenig lapidar antworten :“Alles bleibt solange unmöglich bis man es probiert“, doch wäre dies nur der Anfang einer umfangreichen Erklärung.
Die Idee einer Partnerschaft beruht auf der Voraussetzung eines beiderseitigen Engagements für die gemeinsamen Ziele der Welterbekonvention der UNESCO. Die UNESCO ist der Schirmherr der deutschen Vereinigung aller deutschen Weltkulturdenkmäler, die beschloss weltweite Partnerschaften anzustreben. Die Wahl sollte unter Berücksichtigung des Landes, der historischen, pädagogischen, wissenschaftlichen und natürlich auch denen des touristischen Aspekts erfolgen. Eine Belebung der Orte durch vermehrten Tourismus, ist durch die interkulturelle Begegnung immer ein Gewinn für alle.
Fest steht nun, weil das Kuratorium sich zum Pionier dieser Idee machte und es probierte, gelang ihm etwas, was es weltweit noch nie gab: die Partnerschaft zwischen den Weltkulturerbestätten, dem Kloster Lorsch und dem Kloster Geghard in Armenien, beides religiöse Stätten, an denen in tiefen christlichem Glauben gelehrt und gearbeitet wurde.
Durch persönliche und ausgezeichnete Kontakte unserers Vorsitzenden Ernst-Ludwig-Drayß nach Armenien fing alles an. Sie halfen eine Partnerschaft zwischen dem ehemaligen Kloster Lorsch und dem Kloster Geghard zu vereinbaren.
Auch die Partnerschaft zum schweizerischen Kloster Müstair – ebenfalls Weltkulturerbestätte und aus der Zeit Karl des Großen - wurde vom ehemaligen Vorstandsmitglied Josua Mattern durch persönliche Vorsprache bei Dr. Goll – dem Leiter der Bauhütte – iniziiert.
Die zweite Partnerschaft, das koreanische Kloster Haein-sa in Südkorea wurde durch das Engagement des Leiters des Museumszentrum Kloster Lorsch, Dr. Hermann Schefers betreut und zusammen mit dem Staatsekretär Prof. Leonhard in Korea unterzeichnet.
Die Partnerschaften sind mit Leben erfüllt worden: Es gibt einen Austausch von Studenten, kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen, gemeinsame Veröffentlichungen und vieles mehr.
An der Stadt Lorsch kann man heute schon erkennen, wie fruchtbar diese Partnerschaften sind, und wie als Bereicherung empfunden werden. Lorscher Bürger fliegen privat in Reisegruppen nach Armenien, um vor Ort die vielfältigen Kontakte zu pflegen. Gleichzeitig bieten viele Lorscher Familien Ihre Gastfreundschaft an, wenn armenische Künstler wie der Geghard Chor, 10 junge Frauen mit dem Abt auf die durch uns organisierte Konzerttour nach Deutschland kommen. Auch in der Schweiz in das näher gelegene Müstair kommen die Lorscher gern als Touristen.

