| Pressemitteilung des Kuratoriums Weltkulturerbestätte Kloster Lorsch Investitionen in die Welterbestätte Kloster Lorsch Über 11 Millionen Euro sollen in nächster Zeit in das Unesco-Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch investiert werden. Dabei handelt es sich um Projekte, welche sowohl vom Land Hessen als auch der Stadt Lorsch finanziert werden müssen – wobei die Stadt Lorsch mitziehen muss. Würde die Stadt nämlich nicht mitmachen, würden auch die sonstigen zugesagten Investitionsprojekte des Landes entfallen. So erfreulich diese dringend notwendigen Gelder für die Aufwertung der Welterbestätte auch sind, so sollte doch einiges kritisch durchleuchtet werden, meint der von engagierten Bürgern getragene überregionale Förderverein für das Weltkulturdenkmal „Kuratorium Weltkulturdenkmal“. Im Fokus steht hierbei die notwendige effiziente Organisationsstruktur. Bereits seit vielen Jahren wird die fehlende übergreifende Trägerschaft und die sich daraus notwendigerweise ableitende nicht vorhandene einheitliche Organisationsstruktur mit Verantwortung vor Ort beklagt. Zudem ließ, auch deswegen, die Präsentation der Welterbestätte viele Wünsche offen.Landrat Wilkes, Bürgermeister Jäger und das Kuratorium haben sich deswegen bereits vor Jahren zusammengetan und heftig in Wiesbaden interveniert. Es gab im April 2007 sogar eine Sitzung in der Staatskanzlei mit Ministerpräsident Roland Koch, in der dieser den Aufbau einer „Betreibergesellschaft“ in Lorsch und die Gründung einer Stiftung anordnete. Es tagten zwar anschließend mehrere Arbeitskreise, ohne dass man sich letztlich mit dem Land auf eine Betreibergesellschaft einigen konnte. Als Kompromiss und „Einstieg“ in eine effiziente Trägerschaft wurde dann im Mai 2009 eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Hessen, dem Kreis Bergstraße, der Stadt Lorsch und dem Kuratorium unterzeichnet, in dem hinsichtlich der Welterbestätte gegenseitiges Mitspracherecht eingeräumt wurde, das über einen Lenkungssausschuss koordiniert werden sollte. Einheitliche Organisationsstruktur mit lokaler Verantwortung notwendig. Angesichts der anstehenden Millionen-Investitionen erinnert das Kuratorium jetzt an das seit langem bestehende Manko der Welterbestätte, nämlich die Zersplitterung der Zuständigkeiten und die fehlende "Management-Verantwortung" vor Ort. Und auch die anstehenden Investitionen sind nicht das Ergebnis einer langjährigen organischen Entwicklung, in der alle beteiligten Parteien einbezogen waren. Sie sind eine Maßnahme im Rahmen des Konjunkturförderungsprogrammes und zudem vollständig kreditfinanziert. Umso wichtiger wäre demnach, dass die organisatorischen Belange und die Folgekosten sorgfältig berücksichtigt werden. Erinnert sei nur daran, dass der Vorsitzende der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten, Herr Weber, bei der letzten Bürgerversammlung zugeben musste, dass bisher das „Geld für einen Gärtner fehlte“. Zumindest dieser sei aber jetzt in den Haushaltsentwürfen enthalten... Jetzt, wo sich die Situation der öffentlichen Haushalte deutlich verschlechtert hat, ist die „Durchplanung“ der Investitionsmaßnahmen umso dringlicher geboten. „Wenn die mangelnde Organisationsstruktur bisher zu Recht von allen Lokalpolitikern und dem Kuratorium beklagt wurde, ist dieses Anliegen angesichts der geplanten enormen Investitionen umso dringlicher, ja eigentlich das Wichtigste überhaupt“, meint hierzu der Vorsitzende des Kuratoriums Ernst-Ludwig Drayß. Die vielen Investitionen ohne eine effiziente und griffige Management-Struktur und die notwendigen Finanzierungszusagen für die Zeit "hinterher" wären fatal, so die Meinung des Kuratoriums. Auf Rückfrage musste Drayß zugeben, dass bisher das Kuratorium als Vertretung der Bürger weder in die Gespräche bzw. Planungen zu den Investitionen eingebunden noch von der Projektgruppe „Weltkulturdenkmal“ eingeladen wurde – unverständlich aus seiner Sicht, zumal das oben angeführte Kooperationsabkommen anderes versprach. Auch sind nach Meinung des Kuratoriums die kritischen Stimmen aus der Bevölkerung ernst zu nehmen. So ist es offensichtlich noch nicht gelungen, das geplante 4,5 Millionen - Projekt „Herrenhof“, also den angedachten „archäologischen Park“ zu vermitteln. Mehrfach wurde hier, mangels Informationen gefragt, ob es denn so eine Art „historisches Disneyland“ geben solle. Auch wurde verschiedentlich gefordert, die eigentliche Welterbestätte stärker aufzuwerten statt neue kreditfinanzierte Projekte zu bauen, deren Folgekosten nicht absehbar seien. Diese Fragen müssen beantwortet werden, damit die notwendigen Investitionen auch von den Bürgern mitgetragen werden, meint der Vorstand des Kuratoriums. Die anstehende Informationsveranstaltung der Schlösserverwaltung zu diesem Thema am 8. März mag hierzu mehr Aufklärung bringen.
Das Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch ist ein gemeinnütziger, überregional ausgerichteter Verein. Neben dem Vorstand gibt es einen Beirat, in dem 20 Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kirchen, Medien sowie der UNESCO vertreten sind, und der dem Vorstand beratend zur Seite steht. Der Verein ist für jeden, der das Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch unterstützen möchte, offen. Jedes Miglied erhält die Zeitschrift “Ums Kloster” sowie mit dem Mitgliedsausweis freien Eintritt ins Museumszentrum. Als Mitglied im Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch helfen Sie insbesondere mit:
und Sie erhalten nicht zuletzt das gute Gefühl, zusammen mit vielen Gleichgesinnten einen Beitrag für die Region geleistet zu haben! |

