Eine Brücke von Heute nach Gestern

05.05.2012

Volker Knaup (Leiter Bau- und Umweltamt Stadt Lorsch) und Dr. Hermann Schefers (Leiter Welterbestätte Kloster Lorsch, Verwaltung Schlösser und Gärten) hatten für die ca. 30 Teilnehmer viele spannende Details parat.

Noch markiert ein rotweißes Flatterband die geplante Lage des Besucherinformationszentrums „Karolingischer Herrenhof Lauresham“, kurz BIZ genannt. Aber bald entsteht an der Nibelungenstraße, links vor der Altmünsterbrücke ein moderner Glasbau.

Am Modell veranschaulichen die Referenten die gläserne Konstruktion mit den spitzwinkligen Dächern. So wird auch klar, dass gerade diese Transparenz Sinnbild für den Zweck des Gebäudes als Informations- und Bildungsort mit Erlebnischarakter ist. Besucher, darunter auch Schulklassen, erfahren hier anhand der didaktischen Materialien alles Wissenswerte rund um den Herrenhof und die frühe mittelalterliche Land- und Agrarwissenschaft. Die Brücke, die von der Straße zum Eingang führt, wird somit zu einer Art „Zeitschleuse“ zwischen Heute und Gestern.

Im Inneren befinden sich einzelne Bereiche (sogenannte Kuben) für Empfang, Kasse und Shop, Cafeteria, Sanitärbereich, Lager und Technik. In weiteren Kuben entstehen endlich auch themenorientierte Werkräume für die Museumspädagogik des Kloster Lorschs, zum Beispiel zur Lorscher Bienen- oder Kräuterwelt, freut sich Dr. Hermann Schefers. Für das Mittelalter charakteristische Lehmwände teilen die Kuben für Sicht- und Lärmschutz.

Volker Knaup berichtet von den Vorgaben der Unesco zur Lage außerhalb von Lorsch. Die Planer nutzen bereits vorhandene Strukturen und verwenden hochwertige Materialien, aber auch Fertigbautechniken. Ziel ist es, kostengünstig und umweltgerecht zu bauen und auch im laufenden Betrieb effizient zu sein – auch in 50 Jahren noch. Viele bauliche Entscheidungen hängen von diesen Zielen ab, beispielsweise die Verwendung des richtigen Glases oder von Hohlbausteinen aus Lehm sowie die richtige Belüftung und Beschattung. Das BIZ versorgt sich weitestgehend autark über eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpenanlage.

Jetzt im Mai fällt der Beschluss der Gemeinde über den genauen Standort des Gebäudes, berichtet der Bauamtsleiter. Es folgt die Fertigstellung der Detailplanung und das Bauprogramm. Der dem Projekt vorgegebene Fertigstellungstermin im September 2013 rückt schließlich immer näher, ist aber dank großzügiger Zeitfenster aktuell nicht gefährdet. Die Kosten für das BIZ belaufen sich auf etwa 1,4 bis 1,6 Mio. Euro zzgl. Planungs- und Nebenkosten.

Im Mittelpunkt des nächsten Jour Fixe am 19. Mai steht die Kirchenachse und das Klostergelände mit Karl Weber (Direktor Verwaltung Schlösser und Gärten) und Dr. Inken Formann (Leiterin Fachgebiet Gärten – Verwaltung Schlösser und Gärten) im Mittelpunkt. Treffpunkt ist wieder 12 Uhr an der Königshalle.

Text. Renate Rein

 

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