Bauforschungen an der Torhalle und neue Deutungsideen

17.03.2012

Der Bauhistoriker Dr. Thomas Ludwig und die renommierte Bauforscherin Dr. Katarina Papjanni gaben Einblick in ihre Arbeitsweise und die Zielsetzungen des Forschungsprojekts an der Torhalle.

Von der exakten Dokumentation und Kartierung der verwendeten Baumaterialien an der Torhalle im Format 1:20 versprechen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die genaue Entstehungszeit des berühmten karolingischen Bauwerks sowie über die Funktion und Bedeutung des Gebäudes.

Aber auch die Baumaterialien selbst oder die Untersuchung ihrer Herkunft sollen zur weiteren Klärung der offenen Fragen beitragen. So wurden im karolingischen Ursprungsmörtel kleine Holzstücke entdeckt, die offensichtlich als Abstandshalter fungierten und die jetzt mit chemischen und physikalischen Methoden zur Altersbestimmung herangezogen werden.

Auf den Gerüsten, in der unmittelbaren Nähe des Bauwerks staunten die Besucher über die präzise Bearbeitung der verwendeten Kalk- und Sandsteine und ihrer Aufmauerung zu dem so charakteristischen Muster der Torhalle. Dr. Thomas Ludwig wies auf Analogien zu römischen Böden hin und erläuterte seine These, dass die Baumeister der Torhalle einen römischen Boden in die Vertikale bringen wollten – ein schwieriges und wie man an den Grenzen zu den Pilastern und Kapitellen sieht, nicht überall gelungenes Unterfangen.

Bis Sommer 2012 sollen die Bauforschungsarbeiten abgeschlossen sein – danach werden Restauratoren die offen gelegten Fugen wieder schließen. In voller Pracht erscheint die Torhalle wohl wieder im Winter 2012. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse versprachen die beiden Fachleute für 2013.

 

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